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Make-or-Buy für B2B-SEO

Inhouse-SEO-Manager oder externer Berater? Was die 95.000-Euro-Stelle wirklich kostet

Vollkosten, Time-to-First-Ranking, Branchenfokus, Tool-Stack-Verantwortung: eine ehrliche Gegenüberstellung für SaaS- und Industrie-Marketingleiter, die gerade eine Stelle ausschreiben wollen.

Die Stellenanzeige, die seit acht Monaten online ist

Ein typischer Anruf: Marketingleiter eines DMS-SaaS, 40 Mitarbeiter, sucht seit dem letzten Sommer einen SEO-Manager mit B2B-Software-Erfahrung. Drei Bewerbungen, zwei davon Generalisten aus dem E-Commerce, eine aus der Reisebranche. Niemand kennt den Unterschied zwischen einem Compliance-Officer und einem GwG-Beauftragten. Niemand weiß, warum ein Werksleiter andere Suchanfragen stellt als ein Instandhaltungsleiter.

Parallel läuft der organische Traffic seitwärts. Die Wettbewerber publizieren wöchentlich, das eigene Team kommt aus dem Reaktiv-Modus nicht raus. Die Stelle ist mit 65.000 bis 75.000 Euro ausgeschrieben. Realistisch wäre 85.000 plus Bonus. Und selbst dann braucht es sechs Monate, bis der erste Artikel rankt.

Genau an diesem Punkt wird Make-or-Buy zur strategischen Frage, nicht zur Budget-Frage.

Vollkosten ehrlich gerechnet: 95.000 bis 110.000 Euro

Wer Inhouse-SEO mit Agentur- oder Berater-Honoraren vergleicht, vergleicht meist Äpfel mit Birnen. Die ehrliche Rechnung sieht so aus:

  • Bruttogehalt Mid-Level-SEO mit 4 bis 6 Jahren Erfahrung: 72.000 Euro
  • Arbeitgeber-Brutto (Sozialversicherung, Umlagen): plus 21 Prozent, also 87.000 Euro
  • Arbeitsplatz (anteilig Miete, Laptop, Software-Lizenzen, IT-Support): 4.500 Euro
  • Tool-Stack: Sistrix Plus (3.600), Ahrefs Standard (2.500), Screaming Frog (260), Surfer (1.200), Looker Studio Pro plus Connector (1.500), Fräse oder ContentHarmony (1.800) = rund 11.000 Euro
  • Weiterbildung, Konferenzen, Coaching: 3.000 Euro
  • Recruiting-Kosten (anteilig auf 3 Jahre): 4.000 Euro

Summe: 109.500 Euro Vollkosten pro Jahr für eine Person, die typischerweise 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit für Operatives bindet, nicht für Strategie.

Ein Berater im Paket Wachstum kostet 54.000 Euro im Jahr. Das ist nicht der relevante Vergleich. Der relevante Vergleich ist: Was kostet der Output, der tatsächlich rankt?

Time-to-First-Ranking: 14 Tage gegen 9 Monate

Eine Inhouse-Stelle hat einen langen Vorlauf. Realistisch:

  1. Recruiting: 3 bis 6 Monate, in B2B-Nischen eher 6
  2. Kündigungsfrist des Wunschkandidaten: 3 Monate
  3. Onboarding, Tool-Setup, Personas, erste Audits: 2 bis 3 Monate
  4. Erstes Briefing, Erstellung, Review, Veröffentlichung: 4 bis 8 Wochen
  5. Indexierung und erste Rankings: weitere 8 bis 12 Wochen

Vom Tag der Stellenausschreibung bis zur ersten Ranking-Position auf Seite 1: realistisch 12 bis 15 Monate. Bei externer Beratung mit Branchenfokus liegt der erste veröffentlichte Wissensportal-Artikel nach 14 Tagen online. Das erste Ranking unter den Top 10 für Mid-Tail-Keywords folgt typischerweise nach 8 bis 14 Wochen. Quelle: eigene Mandate bei docunite, Kunststoff-Profi und 3D-Etiketten.

Branchenfokus: das eigentliche Differenzierungsmerkmal

Das größte Risiko einer Inhouse-Stelle in B2B-Nischen ist nicht die Person. Es ist der Lerngradient. Ein SEO-Manager, der vorher für einen Modeshop oder eine Versicherung gearbeitet hat, braucht 6 bis 12 Monate, um die Suchsprache eines VDA-Tier-1-Lieferanten oder eines GwG-Beauftragten zu verstehen.

Er lernt nicht nur Begriffe. Er lernt:

  • Warum der Einkauf bei Kunststoff-Profi anders sucht als die Konstruktion
  • Warum ein Instandhaltungsleiter "Ersatzteilkatalog" eingibt, der Werksleiter aber "OEE-Steigerung"
  • Warum bei DMS-SaaS die Suche "GoBD-Konformität" eine andere Kaufphase markiert als "Dokumentenmanagement Vergleich"
  • Warum Compliance-Officer und GwG-Beauftragter zwei unterschiedliche Personas mit eigener Suchhistorie sind

Externe Berater mit Branchenfokus bringen dieses Wissen mit. Mehr dazu im Beitrag Wenn die Agentur die Nische nicht versteht und in der Pillar-Seite SEO für Maschinenbau.

Tool-Stack-Verantwortung: wer haftet, wenn Sistrix kündigt

Ein unterschätzter Posten: die operative Verantwortung für den Tool-Stack. Inhouse heißt nicht nur lizensieren, sondern auch:

  • Vertragsverhandlungen mit Sistrix, Ahrefs, Semrush jährlich neu
  • API-Quotas überwachen, Rate-Limits vermeiden
  • Looker-Studio-Dashboards bauen und pflegen
  • BigQuery-Export, Search-Console-Connector, GA4-Schema
  • DSGVO-Verträge, AVVs, Datenresidenz prüfen
  • Backup-Lösungen, wenn ein Tool ausfällt oder die Preise verdoppelt

Beim Modell liegt die Tool-Verantwortung beim Berater. Sie bekommen die Outputs (Reports, Dashboards, Briefings), nicht die Wartung. Das spart pro Jahr 6 bis 10 Werktage Marketing-Operations-Zeit, die typischerweise an Quereinsteigern hängen bleibt.

Wann Inhouse trotzdem die richtige Wahl ist

Diese Seite ist kein Plädoyer gegen Inhouse-SEO. Sie ist ein Plädoyer gegen den falschen Zeitpunkt. Inhouse rechnet sich, wenn:

  • Sie dauerhaft mehr als 3 Vollzeit-Redakteure auslasten
  • Ihr SEO-Budget jenseits von 400.000 Euro pro Jahr liegt
  • Sie eine eigene Tech-SEO-Rolle und einen dedizierten Linkbuilder brauchen
  • Ihr Produkt so spezifisch ist, dass Wissen über Monate an einer Person aufgebaut werden muss
  • Sie ein Team haben, das einen Junior anleiten und entwickeln kann

Unterhalb dieser Schwelle ist das hybride Modell überlegen: ein externer Berater für Strategie, Wissensportal-Methode und Mid-Tail-Cluster, dazu ein Inhouse-Junior oder Werkstudent für Produkt-nähere Themen. Wie das in der Praxis aussieht, beschreibt der Beitrag Software vermarkten ohne Demo-Druck.

Die ehrliche Entscheidungsmatrix

Drei Fragen, die die Entscheidung in 15 Minuten klären:

  1. Wie viele Cluster wollen Sie in den nächsten 12 Monaten besetzen? Unter 4 Clustern reicht ein Berater. Über 12 brauchen Sie Inhouse plus extern.
  2. Haben Sie jemanden, der einen Junior-SEO fachlich entwickeln kann? Wenn nein, wird die Inhouse-Stelle entweder zu teuer (Senior) oder zu langsam (Junior ohne Anleitung).
  3. Wie hoch ist Ihre Toleranz für 9 Monate ohne sichtbare Bewegung? Bei Boards und Investoren ist diese Toleranz typischerweise gering. Das spricht für den schnellen Start über extern.
Die meisten Mandate bei saas-seo.net starten als hybrider Aufbau. Der Berater besetzt 6 bis 9 Monate die strategische Rolle, parallel baut das Unternehmen Inhouse-Kapazität auf. Nach 12 bis 18 Monaten erfolgt die geordnete Übergabe oder das Modell bleibt hybrid.

Wenn Sie gerade eine Stelle ausgeschrieben haben und sich fragen, ob die 109.500 Euro im nächsten Geschäftsjahr besser investiert sind, schauen Sie sich die Referenzen an oder buchen Sie ein Erstgespräch. 200 Euro, anrechenbar, 60 Minuten, ohne Folientheater.

FAQ

Was kostet ein Inhouse-SEO-Manager wirklich pro Jahr?
Bei einem Bruttogehalt von 70.000 bis 80.000 Euro für einen erfahrenen Mid-Level-SEO landen Sie inklusive Lohnnebenkosten, Arbeitsplatz, Tool-Stack (Sistrix, Ahrefs, Screaming Frog, Surfer, Looker Studio) und Weiterbildung bei 95.000 bis 110.000 Euro Vollkosten pro Jahr. Senior-Profile mit SaaS-Erfahrung liegen schnell bei 130.000 Euro.
Wie schnell ist ein externer Berater wirklich startklar?
Bei saas-seo.net liegt die Zeit vom Vertrag bis zum ersten veröffentlichten Wissensportal-Artikel bei rund 14 Tagen. Ein Inhouse-Manager braucht 3 bis 6 Monate Recruiting plus 3 Monate Onboarding, bevor er denselben Output liefert.
Geht Branchenwissen verloren, wenn ich extern arbeite?
Nur wenn der externe Partner Generalist ist. Berater mit Branchenfokus (Maschinenbau, DMS-SaaS, AML-RegTech) bringen Suchsprache wie GwG-Beauftragter, VDA-Tier-1 oder Instandhaltungsleiter mit. Das Branchenwissen wird im Wissensportal dokumentiert und bleibt im Unternehmen.
Was passiert, wenn der Berater ausfällt?
Berechtigte Frage. Bei saas-seo.net sind alle Briefings, Keyword-Cluster, Redaktionspläne und Tool-Zugänge in Ihrem Notion oder Confluence dokumentiert. Sie können jederzeit auf Inhouse umstellen oder einen zweiten Dienstleister einbinden. Kein Vendor-Lock-in.
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich Inhouse?
Faustregel: Sobald Sie 3 Vollzeit-Redakteure, einen Tech-SEO und einen Linkbuilder dauerhaft auslasten, also bei einem SEO-Budget jenseits von 400.000 Euro im Jahr, wird ein Inhouse-Team rechnerisch sinnvoll. Darunter rechnet sich externe Beratung oder ein hybrides Modell.

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Zu den Zahlen auf dieser Seite: Die Prozentangaben sind Erfahrungswerte aus meiner eigenen Projektarbeit mit Industrie- und SaaS-Mandaten — keine gekaufte Marktforschung. Je nach Nische, Auftragsgröße und Ausgangslage weichen sie ab. Wo eine externe Quelle zitiert wird, steht sie direkt daneben.
Barnd Duong, Inhaber von saas-seo.net
§ 01 — Wer das macht
„Mittelständler kaufen Vertrauen, nicht Skalierungs­-Theater. Die meisten Verträge entstehen über lange Beziehungen zu einer konkreten Person — nicht über sich rotierende Account-Manager-Teams."
Barnd DuongSchreibt und betreut jede Seite selbst

15+ Jahre B2B-Industrie und Warenwirtschaft — von operativer Logistik über Vertriebsleitung bis zu SaaS-Implementierungen in mittelständischen Produktions- und Handelsunternehmen. Diese Branchenkenntnis verbinde ich mit SEO- und Content-Methodik.

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