Vollkosten, Time-to-First-Ranking, Branchenfokus, Tool-Stack-Verantwortung: eine ehrliche Gegenüberstellung für SaaS- und Industrie-Marketingleiter, die gerade eine Stelle ausschreiben wollen.
Ein typischer Anruf: Marketingleiter eines DMS-SaaS, 40 Mitarbeiter, sucht seit dem letzten Sommer einen SEO-Manager mit B2B-Software-Erfahrung. Drei Bewerbungen, zwei davon Generalisten aus dem E-Commerce, eine aus der Reisebranche. Niemand kennt den Unterschied zwischen einem Compliance-Officer und einem GwG-Beauftragten. Niemand weiß, warum ein Werksleiter andere Suchanfragen stellt als ein Instandhaltungsleiter.
Parallel läuft der organische Traffic seitwärts. Die Wettbewerber publizieren wöchentlich, das eigene Team kommt aus dem Reaktiv-Modus nicht raus. Die Stelle ist mit 65.000 bis 75.000 Euro ausgeschrieben. Realistisch wäre 85.000 plus Bonus. Und selbst dann braucht es sechs Monate, bis der erste Artikel rankt.
Genau an diesem Punkt wird Make-or-Buy zur strategischen Frage, nicht zur Budget-Frage.
Wer Inhouse-SEO mit Agentur- oder Berater-Honoraren vergleicht, vergleicht meist Äpfel mit Birnen. Die ehrliche Rechnung sieht so aus:
Summe: 109.500 Euro Vollkosten pro Jahr für eine Person, die typischerweise 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit für Operatives bindet, nicht für Strategie.
Eine Inhouse-Stelle hat einen langen Vorlauf. Realistisch:
Vom Tag der Stellenausschreibung bis zur ersten Ranking-Position auf Seite 1: realistisch 12 bis 15 Monate. Bei externer Beratung mit Branchenfokus liegt der erste veröffentlichte Wissensportal-Artikel nach 14 Tagen online. Das erste Ranking unter den Top 10 für Mid-Tail-Keywords folgt typischerweise nach 8 bis 14 Wochen. Quelle: eigene Mandate bei docunite, Kunststoff-Profi und 3D-Etiketten.
Das größte Risiko einer Inhouse-Stelle in B2B-Nischen ist nicht die Person. Es ist der Lerngradient. Ein SEO-Manager, der vorher für einen Modeshop oder eine Versicherung gearbeitet hat, braucht 6 bis 12 Monate, um die Suchsprache eines VDA-Tier-1-Lieferanten oder eines GwG-Beauftragten zu verstehen.
Er lernt nicht nur Begriffe. Er lernt:
Externe Berater mit Branchenfokus bringen dieses Wissen mit. Mehr dazu im Beitrag Wenn die Agentur die Nische nicht versteht und in der Pillar-Seite SEO für Maschinenbau.
Ein unterschätzter Posten: die operative Verantwortung für den Tool-Stack. Inhouse heißt nicht nur lizensieren, sondern auch:
Beim Modell liegt die Tool-Verantwortung beim Berater. Sie bekommen die Outputs (Reports, Dashboards, Briefings), nicht die Wartung. Das spart pro Jahr 6 bis 10 Werktage Marketing-Operations-Zeit, die typischerweise an Quereinsteigern hängen bleibt.
Diese Seite ist kein Plädoyer gegen Inhouse-SEO. Sie ist ein Plädoyer gegen den falschen Zeitpunkt. Inhouse rechnet sich, wenn:
Unterhalb dieser Schwelle ist das hybride Modell überlegen: ein externer Berater für Strategie, Wissensportal-Methode und Mid-Tail-Cluster, dazu ein Inhouse-Junior oder Werkstudent für Produkt-nähere Themen. Wie das in der Praxis aussieht, beschreibt der Beitrag Software vermarkten ohne Demo-Druck.
Drei Fragen, die die Entscheidung in 15 Minuten klären:
Die meisten Mandate bei saas-seo.net starten als hybrider Aufbau. Der Berater besetzt 6 bis 9 Monate die strategische Rolle, parallel baut das Unternehmen Inhouse-Kapazität auf. Nach 12 bis 18 Monaten erfolgt die geordnete Übergabe oder das Modell bleibt hybrid.
Wenn Sie gerade eine Stelle ausgeschrieben haben und sich fragen, ob die 109.500 Euro im nächsten Geschäftsjahr besser investiert sind, schauen Sie sich die Referenzen an oder buchen Sie ein Erstgespräch. 200 Euro, anrechenbar, 60 Minuten, ohne Folientheater.
„Mittelständler kaufen Vertrauen, nicht Skalierungs-Theater. Die meisten Verträge entstehen über lange Beziehungen zu einer konkreten Person — nicht über sich rotierende Account-Manager-Teams."
15+ Jahre B2B-Industrie und Warenwirtschaft — von operativer Logistik über Vertriebsleitung bis zu SaaS-Implementierungen in mittelständischen Produktions- und Handelsunternehmen. Diese Branchenkenntnis verbinde ich mit SEO- und Content-Methodik.
Kunststoff-Profi, Smash & Rage und Repowering Hub führen auf ihren Seiten keine Logo-Datei — dort steht der Name als Schrift, bis ein Logo vorliegt.