Wir zeigen sechs konkrete Anwendungsfälle mit realistischem Nutzen und ehrlichen Grenzen. Kein Zukunftsversprechen, sondern was heute in Betrieben zwischen 80 und 800 Mitarbeitern produktiv läuft.
Angebotserstellung ist der erste Prozess, den fast jeder Maschinenbauer automatisieren will und der am häufigsten unterschätzt wird. KI kann die Anfrage-Mail lesen, technische Spezifikationen extrahieren, Standardpositionen vorschlagen und ein Angebotsgerüst bauen. Was KI nicht kann: die technische Machbarkeitsprüfung im Kopf des Vertriebsingenieurs.
Realistisch: 40 bis 60 Prozent Zeitersparnis pro Angebot für Standardprodukte, 10 bis 20 Prozent für Sonderlösungen. Bei reinen Sonderanfertigungen ist der Effekt oft negativ, weil der Aufwand für das Prompting höher ist als der manuelle Weg.
Auftragsbestätigung ist der einfachere Zwilling. Wenn das Angebot digital vorliegt, lässt sich die Bestellung dagegen matchen und die AB automatisch erstellen. Trefferquoten von über 95 Prozent sind hier realistisch, wenn die Angebots-Datenstruktur stimmt.
Reklamationen sind ein hoher Zeitfresser im Service. KI kann eingehende Reklamationen klassifizieren (Transportschaden, Bedienfehler, Produktdefekt, Verschleiß), die Kundenhistorie zuordnen und einen Antwort-Entwurf vorbereiten. Realistisch: 30 bis 50 Prozent weniger Bearbeitungszeit im Erst-Level.
Datenblatt-Erstellung ist ein perfekter LLM-Anwendungsfall: aus Konstruktionsdaten, CAD-Metadaten und Textbausteinen einen Datenblatt-Entwurf generieren. Der Techniker prüft und ergänzt, statt von null zu tippen. Zeitersparnis 50 bis 70 Prozent bei mittlerem Standardisierungsgrad.
Ersatzteil-Suche im Katalog ist einer der stillsten Gewinne. Kunde beschreibt ein Bauteil in eigenen Worten, KI matcht auf Artikelnummer. Trefferquote 70 bis 85 Prozent, was den Service massiv entlastet, auch wenn die restlichen 15 bis 30 Prozent manuell bleiben.
Wartungsplan-Erstellung aus Maschinendaten, Wartungshistorie und Herstellerangaben ist heute technisch möglich. Realistisch werden 60 bis 80 Prozent des Wartungsplans automatisch erzeugt, den Rest ergänzt der Servicetechniker aus Erfahrung.
Was in keinem der sechs Prozesse funktioniert: vollständige Entscheidungs-Automation ohne menschliche Freigabe. Ein Angebot über 250.000 Euro wird niemand ohne Vier-Augen-Freigabe rausschicken. Eine Reklamation mit Kulanz-Entscheidung braucht einen Menschen mit Ermessen.
Der Weg ist deshalb immer: KI bereitet vor, Mensch entscheidet, System dokumentiert. Wer die Rollen anders schneidet, läuft in Haftungs- und Akzeptanzprobleme. Ein Fertigungsbetrieb mit 120 Mitarbeitern kann so realistisch 15 bis 25 Prozent der administrativen Zeit einsparen, ohne Personal abzubauen.
Sie wissen nicht, welcher der sechs Prozesse in Ihrem Betrieb den besten Business-Case hat? In einem kostenlosen Audit gehen wir die Volumina, Datenlage und Betriebsübergabe-Realität für jeden Prozess durch und benennen den einen, mit dem Sie starten sollten.
Zum Audit: /audit